Konzept des Netzwerkes

Die Herausforderung

Die Situation in Kamerun

Die Verbesserung der Gesundheit aller Menschen weltweit ist ein zentrales Anliegen der Agenda 2030. 

Die Herausforderungen im Gesundheitsbereich Kameruns sind groß. 

Die Ergebnisse der staatlichen Gesundheitspolitik lassen zu wünschen übrig. Absoluter Ärztemangel aufgrund mangelnder Ausbildungsplätze, relativer Ärztemangel, denn die wenigen Ärzte lassen sich vorwiegend in den städtischen Zentren nieder. Unzulängliche Infrastruktur und knappe Arzneimittel sind weitere Missstände, die die medizinische Versorgungslage Kameruns kennzeichnen. 

Gesundheitsindikatoren wie Lebenserwartung, Kindersterblichkeit oder Müttersterblichkeit liegen leicht unterhalb des afrikanischen Durchschnitts. Auffällig sind aber die starken regionalen Unterschiede, in denen sich das Süd-Nord- bzw. das Stadt-Land-Gefälle widerspiegelt.

Allgemein sind in den Gesundheitszentren und Krankenhäusern unzureichende bzw. fehlende Ausrüstungen zu beobachten. In vielen medizinischen Zentren mangelt es, trotz großer Anstrengungen der lokalen Kräfte die Probleme in den Griff zu bekommen, an den einfachsten medizinischen Hilfsmitteln, an Sauberkeit und Hygiene – oder auch an ausgebildetem und kompetentem Personal. Falsche Diagnose, fehlerhafte oder improvisierte Behandlung und unzureichende Nachsorge sind trotz aller Bemühungen an der Tagesordnung. Die Verfügbarkeit wichtiger Medikamente ist mangelhaft, oft können die Mindestvoraussetzungen eines Krankenhausbetriebes nicht gewährleistet werden. 

Trotzdem sind in Kamerun Behandlung und Versorgung in den Krankenhäusern oft teuer und nicht immer für alle zugänglich. Die Aufnahme in eine Klinik kostet rund 10 000 CFA (ca. 15 Euro). Jeder stationäre Tag kostet 2500 CFA (ca. 4 Euro). Geringe Beträge, die sich viele Menschen trotzdem nicht leisten können. 
(Durchschnittseinkommen Kamerun: 1.210 US-Dollar im Jahr bzw. rund 101 US-Dollar im Monat (Bruttonationaleinkommen 2011 je Einwohner, Quelle: Weltbank).

Die Verbesserung der gesundheitlichen Situation der Menschen ist die Herausforderung und der Schlüssel zur Entwicklung des Landes. 


Zielsetzung

Our future - Where we are headed

Unser Netzwerk von Krankenhäusern in Kamerun, europäischen NGOs und freien Partnern bietet vielfältige Chancen für Wissensaustausch, Fort- und Weiterbildungen und für eine bedarfsgerechte und qualitativ hochwertige Ausstattung von medizinischen Einrichtungen. Das Netzwerk bietet seinen Partnern durch Austausch, gemeinsame Akquise, Nutzung der Synergien und Ressourcen große Vorteile. Es ermöglicht auch kleinen Partnern den Zugang zu Experten und Förderern und stärkt sie zudem im Umgang mit politischen und gesellschaftlichen Entscheidungsträgern. Zusätzlich errichtet das Netzwerk eine Organisationsstruktur, die sowohl den organisatorischen als auch den medizinischen Bereich umfasst. Es stellt den Partnern Daten und Informationen zur Verfügung. Im medizinischen Bereich wird ein Wissensaustausch zwischen den Partner in Kamerun und den Krankenhäusern und Ärzten in Europa ermöglicht. Unser Netzwerk fördert das Zusammenwirken von lokalem Wissen mit globaler Kompetenz, um eine kollektive Arbeit effektiv zu ermöglichen. Über die gemeinsamen Aktivitäten können medizinische und gesellschaftliche Herausforderungen besser bewältigt und die Ziele der nachhaltigen Entwicklung für das Gesundheitswesen in Kamerun gefördert werden.


Kooperationsstruktur  

Who we are

Ein Teil der Partner arbeitet bereits seit mehreren Jahren erfolgreich zusammen. Die afrikanischen Partner befinden sich vorwiegend im Westen von Kamerun. Dies erleichtert für den Start des Netzwerkes die Organisation, vor allem in den Bereichen Logistik und Fortbildung.

Die Partner agieren im Netzwerk autark. Jeder Partner bringt in das Netzwerk ein, was ihm zeitlich, finanziell und personell möglich ist. Eine gemeinsame Gesamtfinanzierung des Netzwerkes wird vorerst nicht angestrebt.  

Federführend für die Organisation und Koordination ist Bon Secours Kamerun e.V. (Dtschl.) und Humanitäre Hilfe Landsberg (Dtschl.) und Hope & Life (Kamerun): 

  • Bon Secours mit Georg Schorn ist erster Ansprechpartner für alle Belange des Netzwerkes. Die Hauptaufgabe Bon Secours ist die Organisation der Sachspenden, die Verteilung und deren Transport nach Kamerun.

  • Die Humanitäre Hilfe Landsberg mit ihrem medizinischen Leiter Dr. Soeren Gatz organisiert alle medizinischen Einsätze und führt diese in Kamerun durch. 

  • Hope & Life hat die Aufgabe übernommen, die Struktur des Netzwerkes in Kamerun weiter auszubauen und mit den Partnern zu kommunizieren. Hope & Life setzt Projekte in Kamerun um und überwacht diese. 

Mit einer Absichtserklärung bestätigen die Partner des Netzwerkes die Zusammenarbeit und verpflichten sich auf gemeinsamen Ziele. 

Odoo CMS – ein umfassendes Bild

Umsetzung 

What it looks like

Jedes Mitglied des Netzwerks bringt seine Stärken ein. Je nach Projekt erstellen die Partner gemeinsame realistische Ziele. Diese Ziele und die gemeinsam entwickelten Projekte und Arbeiten werden regelmäßig überprüft. Abweichungen werden dadurch rechtzeitig festgestellt, Fehlentwicklungen strukturiert reflektiert und entsprechende Gegenmaßnahmen getroffen.

Die Ziele des Netzwerkes werden erreicht durch

  • Sicherstellung bedarfsgerechter und qualitativ hochwertiger Ausstattung von medizinischen Einrichtungen 

    • Beschaffung von medizinischen Geräten, Equipment und Verbrauchsmaterialien 

    • Sicherstellung der Funktionalität und Wartung von medizinischen Geräten

    • Gewährleistung der fachgerechten Nutzung und des Einsatzes des Equipments/der Geräte durch Einweisung

  • Qualifizierung von medizinischem Fachpersonal und Steuerung des Wissenstransfers

    • Organisation und Durchführung von Weiterbildungsmaßnahmen durch externes Fachpersonal

    • Aufbau von „Peer-Learning“ Strukturen (Die Mitglieder des Netzwerkes nutzen die Erfahrungen der anderen Partner. Durch  Zusammentragen und Weitergabe von  Wissen / Erfahrungen werden die Ergebnisse der Weiterbildungsmaßnahmen multipliziert.)

    • Unterstützung des Wissenstransfer innerhalb des Netzwerkes 

  • Entwicklung von Organisationsstrukturen 

  • Unterstützung von mittellosen Patienten, um ihnen Zugang zur Gesundheitsversorgung zu ermöglichen

  • Aufbau des Netzwerkes und Steuerung des Managements

    • Vernetzung durch Aufbau einer Kommunikations- und Arbeitsplattform 

    • Öffentlichkeitsarbeit über digitale Kommunikationswege und Präsenzveranstaltungen

    • strategisches Management über Zielvereinbarung und Entwicklungsplanung

    • Monitoring und Controlling über Berichtswesen und Qualitätskontrollen

Aussicht   

Das Netzwerk wird durch seine europäischen Partner auch langfristig daran arbeiten, Unterstützung für die kamerunischen Partner durch medizinische Transporte, Fort- und Weiterbildungen zu gewährleisten. 

Gleichzeitig ist es Ziel des Netzwerkes, die kamerunischen Partner in die Lage zu versetzen, zukünftig selbstständig und auch ohne die europäischen Partner aktiv zu sein und zu bleiben und das Ziel des Netzwerkes umzusetzen: die Verbesserung der Gesundheitsversorgung für die Menschen in Kamerun.